W-LV-10 Hermann Stubbe

Auf uns kommt es an!

Die historische Rolle der Grünen scheint es zu sein, die wirklich wichtigen Debatten zu führen und in den Parlamenten die notwendigen ökologisch-sozialen Veränderungen voran zu bringen. Aber auch Grüne können die Veränderungen nicht schaffen, wenn wir nicht Hand in Hand mit einer gesellschaftlichen Bewegung arbeiten. Darum ist es auf der einen Seite sehr wichtig, in der Partei eine offene Debattenkultur zu erhalten, auf der anderen Seite unsere Aktiven mit den Initiativen, Verbänden und Vereinen zu vernetzen. Wir und die Bewegungen müssen uns immer wieder bewusst machen, wie abhängig wir voneinander sind.

2017 finden im Bund und Land entscheidende Wahlen statt. Der Vorstand den wir jetzt wählen, wird vor und nach beiden Wahlen die Weichen stellen müssen. In NRW geht es um die Verteidigung der erfolgreichen Regierungsmehrheit. Im Bund wird eine Regierungsbeteiligung – welche auch immer – deutlich unwahrscheinlicher sein. Daraus ergeben sich unterschiedliche Strategien: In NRW müssen wir Grün pur als Teil einer Landesregierung deutlich machen. Im Bund müssen wir deutlicher als bisher unsere derzeitige Oppositionsrolle ausfüllen. Eine Mehrheit für ein linkes Bündnis im Bund zeichnet sich aktuell leider nicht ab. Mit der Union (und damit auch der Seehofer-CSU) wird ein gemeinsames Bündnis mit deutlicher Grüner Handschrift und ohne Verlust unserer Identität nur schwer herzustellen sein. Im Bund muss also eine klare Eigenständigkeit mit Regierungswillen, aber auch mit der Bereitschaft zur Oppositionsrolle deutlich gemacht werden.

Ich begleite die Politik dieser Partei seit 26 Jahren und habe viele Höhen und Tiefen erlebt. Genauso lange beschäftige ich mich mit Bildungspolitik und mit dem Prozess der Digitalisierung. Besonders die Schnittmenge beider Bereiche ist mein Betätigungsfeld. Als Lehrer habe ich jetzt bereits 15 Jahre Berufserfahrung auch besonders beim Prozess der Inklusion. 2010 konnte ich mit der Freien Schule Tecklenburger Land eine freie Alternativschule in unserem Kreis etablieren. Seit Jahren setze ich mich mit der Freifunk-Bewegung für freie Netze und allgemeinen Zugang zum Internet ein, insbesondere für Flüchtlinge. In den LAGen Medien/Netz und Schule/Bildung arbeite ich seit Jahren regelmäßig mit. Darüber hinaus habe ich mich aber nie thematisch eingeengt. Flüchtlings-, Entwicklungs-, Verkehrs-, Klima oder Energiepolitik waren für mich immer Themenbereiche, in denen ich mich auch zuhause fühlte.

Unter anderem als Mitglied der Kreistagsfraktion seit 2009 und als KV-Sprecher seit 2012, als Bundestagskandidat 2013 und als Landratskandidat 2015 habe ich viel Erfahrung auf den verschiedenen Ebenen sammeln können. Seit 2004 lebe ich in der „Klimakommune Saerbeck“ im „Zukunftskreis Steinfurt“, die beide für gelungene Prozesse im Bereich der ökologischen Transformation, insbesondere der Energiewende stehen. All diese Erfahrungen möchte ich im Landesvorstand einbringen.

Mitglied u.a.: GEW, attac, Naturschutzbund, Freifunk Kreis Steinfurt

Biografie

geboren 1968 in Münster; Abitur 1987 (Gesamtschule); Ausbildung zum Mathematisch-technischen Assitenten (entspricht etwa einem Fachinformatiker), Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung und des Personalrats; ab 1992 Lehramtsstudium Geographie, Physik und Sozialwissenschaten (später auch der Mathematik) als Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung; 2001 Referendariat, seit 2003 Gesamtschullehrer

Eintritt bei den Grünen 1989 in Münster, u.a. AStA-Referent und Mitglied des Kreisvorstandes; seit 2004 in Saerbeck, Kreis Steinfurt; Gründung einer freien Alternativschule 2010; seit 2012 Sprecher des KV Steinfurt; seit 2009 Mitglied der Kreistagsfraktion; 2013 Bundestagskandidat im WK Steinfurt III und auf der Landesliste Platz 26; 2015 Kandidatur als Landrat des Kreises Steinfurt

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