V-7 Kein Land in Sicht

Wir beantragen , dass der Landesvorstand mit den zuständigen Fachpolitikern und Gremien der Fraktion sowie die Partei mit ihren zuständigen LAGen, sich mit diesem Thema auseinandersetzen und auf einer der folgenden Landesdelegiertenkonferenzen dieses Thema mit einem Leitantrag eingehend behandeln.

Begründung: Unsere Landwirtschaft befindet sich in einem ungesteuerten und katastrophalen Strukturwandel. Vor allem bäuerliche Familienbetriebe mit Milchviehhaltung stehen unter massivem wirtschaftlichem Druck. Jedes Jahr gehen Milliarden € an Eigenkapital dieser Familienbetriebe unwiederbringlich verloren und staatliche Kredithilfen verschleiern nur das wirtschaftliche Sterben. Doch der Strukturwandel betrifft nicht nur die Milchbauern, sondern alle landwirtschaftlichen Ausrichtungen. Dabei entvölkert der ländliche Raum immer schneller unter ein für das Überleben des ländlichen Raumes kritisches Mindestmaß an Menschen. Bei Versammlungen trifft häufig die Wut auf uns Grüne: "Märkte voll, Preise schlecht und ihr verschärft noch die Auflagen und beschädigt das Ansehen der Bauern" so schildern uns Landwirte auf Versammlungen ihre Situation. Da sind schon einige nicht mehr dabei und viele im Raum wissen nicht, wie sie über 2016 hinaus ihren Hof halten können. Die wirtschaftliche Situation der Landwirtinnen und Landwirte erfüllt uns mit großer Sorge, und vor allem trifft es die, die mit ihrem Wissen, ihren Familien und ihrem Land die längst überfällige Agrarwende erst möglich machen könnten. Denn der ökologische Druck ist ebenso immens: in NRW schreitet das Artensterben voran. Hoher Flächenverbrauch, eine intensive Landwirtschaft und der Klimawandel lassen täglich Arten aussterben, weitgehend unbemerkt von der Gesellschaft. Für zu hohe Nitratwerte im Grundwasser und hohe Methan- und Lachgasemission wird die Landwirtschaft als Verursacher verantwortlich gemacht. Auch wenn die Grün (mit)regierten Länder eine große Kraftanstrengung unternehmen, um der Landwirtschaft zu helfen und die damit einhergehenden ökologischen, sozialen und tierschutzrechtlichen Probleme zu lindern, ist die Situation der ach so „modernen“ Landwirtschaft besorgniserregend. Vielen ist jedoch inzwischen klar, dass diese Art der Modernisierung – früher immer gleichgesetzt mit Wachsen – in eine Sackgasse geführt hat, die den gesamten Ländlichen Raum in seinem Überleben gefährdet!
Antragsteller*innen: Monika Ludwig, KV Bocholt Dr. Ines Advena, KV Münster Dr. Tina Günther, KV Mettmann Harald Grünau, KV Paderborn Jupp Wissing, KV Borken Manfred Böttcher, KV Viersen Dr. Volkhard Wille, KV Köln Nicole Kolster, KV Rhein-Erft Andrea Piro, KV Rhein-Sieg Edgar Kohlhaas, KV Viersen Ludwig Artmeyer, KV Borken Hermann Brendieck, KV Kleve Seb Schäfer, KV Oberberg Hubertus Beckmann, KV Coesfeld Karin Viesteg, KV Oberberg Silke Kierspel, KV Rhein-Sieg Christian Stracke, KV Olpe Michael Braun, KV Oberberg Arnd Kuhn, KV Rhein-Sieg Alfons Kuhles, KV Mettmann

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